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Swiss Public Health Conference 2014 «Public Mental Health»
3. Netzwerktagung Psychische Gesundheit Schweiz

21.-22.08.2014, Olten

Key notes

Ulrike Ravens SiebererUlrike Ravens-Sieberer
Prof. Dr., MPH, Professorin für Gesundheitswissenschaften, Gesundheitspsychologie und Versorgung von Kindern und Jugendlichen, Universitäts­klinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik, Hamburg
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Ulrike Ravens-Sieberer hat seit Frühjahr 2008 die Professur für Gesundheitswissenschaften, Gesundheitspsychologie und Versorgung von Kindern und Jugendlichen an der Universität Hamburg inne. Sie ist Forschungsdirektorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und leitet dort die Forschungssektion 'Child Public Health'. Unter ihrer Leitung werden in der Forschungssektion nationale und internationale Surveys zur Kinder- und Jugendgesundheit sowie versorgungswissenschaftliche Studien zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen durchgeführt (www.child-public-health.org).

Kurzabstract
«Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen – gesellschaftlich verursacht? Ärztlich behandelbar?»

Psychische Auffälligkeiten im Kindesalter sind häufig und ihre Prävention und Behandlung stellt eine gesundheitspolitische Herausforderung dar. In diesem Vortrag werden Ergebnisse zu sozialen Bedingungsfaktoren psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen am Beispiel der BELLA-Kohortenstudie dargestellt und die Entwicklung von psychischen Problemen sowie Versorgungsimplikationen aufgezeigt.

Nicole BachmannNicole Bachmann
Dr. phil., Psychologin, Leiterin des Bereichs wissenschaftliche Analysen und Berichterstattung der protagonist GmbH, Köniz, mit Mandaten u. a. des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums OBSAN
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Nicole Bachmann ist seit über zwanzig Jahren in der Gesundheitsforschung und -berichterstattung tätig. Nach einem Studium in Klinischer Psychologie und Sozialarbeit an der Universität Fribourg hat sie an der Universität Zürich in Gesundheitspsychologie promoviert. Neben ihrer Forschungstätigkeit, hat sie langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit von Bund und Kantonenim Gesundheitswesen, wobei die Schwerpunkte der verschiedenen Projektein den Bereichen Gesundheitspolitik, Gesundheits- und Sozialberichterstattung, Gesundheitsstatistiken sowie Evaluationen liegen.

Kurzabstract
«Soziale Ressourcen und psychische Gesundheit in der Schweiz und in Europa: Wer hat, dem wird gegeben.»

Soziale Kontakte und soziale Unterstützung sind zentrale Ressourcen für die psychische und physische Gesundheit. Soziale Ressourcen sind aber keine Eigenschaft der Umwelt, die bei Bedarf einfach abgerufen werden kann, sondern sie entstehen in einer aktiven Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Umfeld. Sozial benachteiligte Menschen ebenso wie Menschen mit psychischen Störungen haben geringere Chancen auf ein gutes soziales Netz und soziale Unterstützung. Erkenntnisse aus einer neuen Studie zu sozialer Ungleichheit und sozialen Ressourcen innerhalb von Europa werfen Fragen zum Zusammenhang von Armut und sozialer Integration auf.

Felix WettsteinFelix Wettstein
Prof., Dozent, Institut Soziale Arbeit und Gesundheit, Hochschule für Soziale Arbeit, FH Nordwestschweiz, Olten

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Seit 2000 verantwortlich für das Weiterbildungsstudium MAS Gesundheitsförderung und Prävention; Mitverantwortung in der Bachelorausbildung Soziale Arbeit, Vertiefungsrichtung „Gesundheit und Krankheit.“ Er leitet die Fachgruppe Gesundheitsförderung von Public Health Schweiz und ist Mitglied des Zentralvorstandes. 2011 war er Mitbegründer und seither Mitglied der Koordinationsgruppe des D|A|CH-Netzwerks für Gesundheitsförderung aller deutschsprachigen Länder. Im Nebenamt ist er politisch tätig als Mitglied des städtischen Parla-ments in Olten und des Kantonsrats des Kantons Solothurn.

Kurzabstract
«Das doppelte Kontinuum des Mental-Health-Ansatzes – sozial ausbalanciert oder schief?»

Eine hohe psychische Gesundheit ist nicht bloss das Freisein von psychischen Krankheiten oder Beeinträchtigungen. Darum genügt die Vorstellung eines einzigen Kontinuums zwischen gesund und krank nicht mehr. Eine plausible und anschauliche Antwort bietet das „Two Continua Model of Mental Health“. Das eine Kontinuum bildet die Spanne zwischen hoher und geringer psychischer Gesundheit ab, das andere die Spanne zwischen hoher und geringer psychischer Erkrankung. Auf beiden Achsen gibt es Fortschritte in den Diagnosemöglichkeiten. Allerdings bleibt bisher die soziale Komponente oft ausgeblendet. Sind bezüglich psychischer Gesundheit die Chancen sozial ausgeglichen oder ungleich verteilt? Erste Antworten verweisen auf den klaren Handlungsbedarf zur Verringerung sozialer Ungleichheit. Viele Fragen sind jedoch bisher noch gar nicht gestellt worden.

Michael StiglerMichael Stigler
PD Dr. med., Lausanne

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PD Dr. Michael Stigler, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Psychiatrische Ausbildung an der Klinik St. Urban (LU) und der Psychiatrischen Universitätsklinik Lausanne, speziell in psychodynamischer und systemischer Therapie. Forschungsaufenthalt in Ulm (D) mit Fokus Wirkfaktorenforschung von Psychotherapie. Leiter der Abteilung für Persönlichkeitsstörungen an der Psychiatrischen Universitätsklinik Lausanne bis 2004. Habilitation mit Schwerpunkt Psychotherapieforschung und Persönlichkeitsstörungen. Dozent für KIP (Katathym imaginative Psychotherapie). Seit 2004 in eigener Praxis in Lausanne tätig.

Kurzabstract
«Psychiatrische Diagnosen und Entwicklung der Persönlichkeit in der Sogwirkung ökonomischer Interessen»

Am Beispiel der Entwicklung der jüngeren DSM-Versionen wird der zunehmende Einfluss ökonomischer Interessen auf psychiatrische Diagnosen, Therapie und Forschung aufgezeigt. Es wird der Frage nachgegangen, wer dabei wichtige Akteure sind, was ihre Ziele sind und welche Wege ihre Einflussnahme nimmt. Was sind die Folgen für psychiatrische Forschung und Praxis? Unerwartete neue Patienten in der Psychiatrie: die Gestrandeten von New Economy und New Public Management. Der Idealtypus des „Homo New Economy“ bei den oberen Managern; die schleichende, krankmachende Zersetzung von Moral, Charakter und Solidarität bei den „human resources“. Die zunehmende Sorge um die Achtung menschliche Grundbedürfnisse wie Vertrauen, Verlässlichkeit, Loyalität, Würde, Respekt vor individueller Erfahrung und Geschichte, sowie langfristiger Projektion. Deren Verletzung kann oberflächlich zu guideline-sensiblen „mental diseases“ führen, aber in der Tiefe zu bleibenden Schäden an der menschlichen Seele, einer im DSM-Koordinatensystem unauffindbaren Entität.

Wulf RösslerWulf Rössler
Prof. Dr. med., Zürich, Lüneburg, Sao Paulo

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Wulf Rössler, geb. 1947, war von 1996 bis 2013 ordentlicher Professor für klinische Psychiatrie, speziell Sozialpsychiatrie an der Universität Zürich und gleichzeitig Direktor an der Psychiatrischen Universitätsklinik. Seit 2009 ist er Fellow am Collegium Helveticum der Universität Zürich und ETH. Seit 2009 ist er auch Gesamtprojektleiter des „Zürcher Impulsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Psychiatrie“. Nach seiner Emeritierung hat er jeweils Professuren an den Universitäten Lüneburg und Sao Paulo angenommen. Im Fokus seiner Forschung steht die psychiatrische Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung.

Kurzabstract
«Können Public-Mental-Health-Ansätze in der Prävention psychischer Erkrankungen genutzt werden?»

In den vergangenen Jahren hat Prävention in der Gesundheitsversorgung deutlich mehr Gewicht erhalten. Dementsprechend hat der Gedanke der Prävention auch auf die Psychiatrie übergegriffen. Der sichtbare Teil dieses Präventionsgedankens in der Psychiatrie ist die „Früherkennung und Frühbehandlung von Psychosen“ geworden. Alle Universitätskliniken in der Schweiz führen entsprechende Sprechstunden durch. Allerdings ist an diesem Ansatz aus verschieden Gründen auch viel Kritik geübt worden. Deshalb erscheint es angezeigt, einmal Bilanz zu ziehen, wo beziehungsweise auf welcher Stufe präventive Interventionen für psychische Erkrankungen hilfreich sein können. Neben Interventionen, die sich auf das Individuum richten, stellt sich ganz allgemein die Frage, ob es auch Public Health Ansätze gibt, die die psychische Gesundheit der Gesamtbevölkerung verbessern helfen. Solche wirksamen Ansätze gibt es zum Beispiel zur Reduktion des Substanzgebrauchs in der Bevölkerung oder auch im Hinblick auf die Suizidprävention. Ob sich solche Ansätze tatsächlich umsetzen lassen, unterliegt dann einer gesundheitspolitischen Bewertung und Abwägung zwischen der individuellen Freiheit und dem Nutzen für die Gesamtbevölkerung.

 

Regula LüthiRegula Lüthi
MPH, Pflegedirektorin, Psychiatrische Dienste Thurgau PDT, Münsterlingen

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  • Pflegefachfrau Psychiatrie, Pflegeexpertin HöFa II, Master of Public Health
  • Seit 2005 Pflegedirektorin der Psychiatrischen Dienste Thurgau
  • Co-Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung der Pflegedienstleitungen (SVPL)
  • Im Hochschulrat der FH. St. Gallen, Leitung Fachbeirat Gesundheit
  • Als Dozentin in den Bachelor- und Masterstudiengängen Pflege an div. FH tätig
  • Als Expertin und Referentin speziell in den Themenbereichen psychiatrische Versorgung, ambulante psychiatrische Pflege und Leadership tätig.

Kurzabstract
«Modellprojekte: Wie helfen sie bei der Bewältigung psychischer Erkrankung?»

Psychisch kranke Menschen sollen eine passgenauere Behandlung erfahren und in grosser Eigenverantwortung mit ihrer Erkrankung leben können. Drei Modellprojekte aus dem Kanton Thurgau zeigen auf, dass dies gut gelingen kann. Die Bandbreite an vorgeschlagenen Behandlungspfaden wurde deutlich vergrössert und so zeigen sich nicht nur die Betroffenen sehr zufrieden, sondern auch deren Angehörige, Arbeitgeber sowie die Zuweisenden.

Martin KnappMartin Knapp
Professor of Social Policy, Director, NIHR School for Social Care Research, The London School of Economics and Political Science SE, London

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Martin Knapp ist als Forscher im Bereich der Sozial- und Gesundheitspolitik und -versorgung tätig. Seit 1996 ist er Professor für Sozialpolitik und Direktor der Personal Social Services Research Unit an der London School of Economics and Political Science (LSE). Seit 2009 ist Martin zudem Direktor der School for Social Care Research, die vom National Institute of Health Research finanziert wird. Bis Anfang 2014 war er auch Professor für Gesundheitsökonomie am Institute of Psychiatry, King’s College London, wo er 1993 das Centre for the Economics of Mental Health gegründet hat.

In den letzten Jahren hat sich Martin in seiner Forschung auf die Themen psychische Gesundheit der Kinder und Erwachsenen, Demenz, Autismus und Langzeitbetreuung im Sozialbereich fokussiert. Ein grosser Teil seiner Arbeit richtet sich auf den wirtschaftlichen Aspekt dieser Themen. Er hat seine Forschungsarbeiten breit publiziert, unter anderem in über 450 Peer-Review-Artikeln und 15 Büchern. Seine Arbeit hat teilweise Auswirkungen auf die Diskussionen zu Politik und Praxis im Bereich psychische Gesundheit und Langzeitpflege in Grossbritannien und anderswo gehabt.

Kurzabstract
«Is there an economic case for public mental health?»

Across the world, there is growing pressure on available resources. In health systems, decision-makers (whether purchasers, payers, commissioners, providers or high-level strategic decision-makers) are increasingly wanting to know the likely economic implications of different courses of action. In this talk I will discuss what ‘economic implications’ are relevant, and then offer evidence from my own and other research on whether there is an economic case for public mental health initiatives (and, to anticipate a conclusion that I will reach in the talk), there is indeed a good economic case for a number of actions that can prevent mental illness and/or promotion mental well-being.

Astrid StuckelbergerAstrid Stuckelberger
Dr., Lehrbeauftragte, Institut für globale Gesundheit, Medizinische Fakultät, Universität Genf, Genf (f)

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Kurzabstract
«Öffentliche psychische Gesundheit: Nutzen und Herausforderungen für die Gesellschaft und die Wirtschaft»

Die Wohlfahrt eines Staates wurde bisher hauptsächlich anhand des Bruttosozialprodukts, d.h. objektiv und quantitativ, gemessen. Zudem war der wirtschaftliche Fortschritt Synonym für die Entwicklung der Bevölkerung und deren Wohlbefinden. Heute wird aber das Bruttosozialprodukt als Indikator für die Wohlfahrt einer Nation in Frage gestellt. Neu sind Begriffe im Fokus, die mit den Gesundheits- und Glücksdeterminanten einer Bevölkerung zusammenhängen und auf einer qualitativen und subjektiven Messung basieren. Der Vortrag wird Konzepte, Bedingungen und die Interaktion der  mit der Public Mental Health zusammenhängenden Faktoren sowie das Glück in all seinen Dimensionen aufzeigen.

Gina SchölerGina Schöler
Kommunikationsdesignerin M.A. und Glücksministerin, Deutsches Ministerium für Glück und Wohlbefinden, Mannheim